Safe Sport - Schutz vor interpersonaler Gewalt

Die BSJ und der BSB Nord e.V. setzen sich mit großem Engagement für die Sicherheit und das Wohlergehen aller Beteiligten im Sport ein. Ein Schwerpunkt ist die Prävention sexualisierter Gewalt (PSG). Wir vertreten die Haltung, dass jeder Mensch das Recht hat, sich frei von jeglicher Form von Gewalt zu bewegen und zu entfalten – besonders in einem Umfeld, das Spaß, Gemeinschaft und persönliche Entwicklung fördern soll. Wir als Badische Sportjugend (BSJ) unterstützen Vereine dabei, ein Bewusstsein für das Thema (sexualisierte) Gewalt im Sport zu schaffen, Risikofaktoren zu identifizieren und Strategien zur Prävention und Intervention zu entwickeln. Wir bieten Schulungen, Beratung und Materialien für Vereine, Trainer*innen, Eltern und alle weiteren Interessierten an, um ein sicheres und geschütztes Umfeld im Sport zu schaffen.

In Baden-Württemberg sind ca. 60% der Kinder und Jugendlichen bis einschließlich 18 Jahre in Sportvereinen angemeldet. Trainer*innen, Übungs- und Jugendleiter*innen stehen daher in der Verantwortung, den anvertrauten Kindern und Jugendlichen ein sicheres und vertrauenswürdiges Umfeld zu bieten. Immer wieder wird von Fällen der Kindeswohlgefährdung und sexueller Übergriffe berichtet. Daher ist es wichtig, für dieses Thema sensibilisiert zu sein und eine klare Haltung gegen jegliche Form von Gewalt zu vertreten.
 

Hier gibt es nähere Informationen zu den Themen:

Prävention sexualisierter Gewalt

Ehrenkodex und Verhaltensregeln

erweitertes Führungszeugnis

Intervention bei sexualisierter Gewalt

 

Gut zu wissen! - Begriffe im Themenfeld

Im organisierten Sport kursiert mittlerweile eine Vielzahl von Begriffen und Abkürzungen rund um das Thema Gewaltprävention. Hier haben wir für euch die geläufigsten Begriffe kurz und knapp beschrieben.

Der Begriff Safe Sport definiert international ein respektvolles, gewaltfreies Miteinander im organisierten Sport.  2016 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) geprägt, wurde er vom deutschschsprachigen Raum durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sowie der Deustchen Sportjugend (dsj) übernommen und ermöglicht es, die bisherigen Schutzprozesse gegen sexualisierte Gewalt auf alle Formen interpersonaler Gewalt auszuweiten. In den Jugendorganisationen des organisierten Sports steht unter diesem Begriff dennoch der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt im Sport im Fokus.

In den Jahren 2024-2017 wurde über das Forschungsprojekt "Safe Sport - Schutz von Kindern und Jugendlichen im organisiserten Sport in Deutschland" Machtmissbrauch und sexualiserte Gewalt im organisierten Spitzen- und Leistungssport untersucht und analysiert, um daraus ableitende Handlungsempfehlungen für die Präventionsarbeit zu entwickeln. Neben der Deustchen Sportjugend (dsj) wurde das Projekt wissenschaftlich vom Institut für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln und der Klinik für Kinder und Jugendpsychatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm begleitet.

Safe Sport - dein Halt bei Gewalt ist eine unabhängige Beratungsstelle gegen Gewalt im Sport. Alle Menschen deutschlandweit können sich an diese Meldestelle wenden, wenn sie im Breiten- oder Spitzensport Gewalt erlebt oder beobachtet haben. Die Beratung umfasst je nach Bedarf psychologische sowie juristische Unterstützung.  

Im März 2026 wurde auf der Sportministerkonferenz auf Norderney einem bundesweiten Zentrum für Safe Sport (ZfSS) zugestimmt. Mit dem zentralen Sitz in Kassel soll das Zentrum als eine unabhängige Einrichtung mit Beratungs- und Untersuchungsfunktion (zunächst) im Spitzensport übernehmen. Mit der Einführung eines Safe Sport Codes (SSC) soll eine wirksame Untersuchungs- und Santionierungsgrundlage für das ZfSS geschaffen werden. 

Während die Anlaufstelle Safe Sport in erster Linie eine Beratungsstelle für Betroffene darstellt, soll das Zentrum für Safe Sport besonders als Untersuchungs- und Disziplinar- sowei Aufarbeitungsinstanz herangezogen werden. 

Der Safe Sport Code (SSC) verbietet interpersonale Gewalt in allen Erscheinungsformen (körperlich, seelisch, sexualisiert sowie durch Vernachlässigung) auch unterhalb der strafrechtlichen Schwelle und ermöglicht die sportrechtliche Sanktionierung unabhängig von der Möglichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung. Er normiert Ver- und Gebote sowie Vorschriften zu Untersuchungs-, Disziplinar- und Rechtsbehelfsverfahren.

Während vorallem das dsj-Stufenmodell die sexualisierte Gewalt in den Fokus stellt und sich besonders auf die Prävention konzentriert, weitet der SSC den Gewaltbegriff auf alle Formen interpersonaler Gewalt und zielt klar auf Intervention- Sanktionierungs- und Aufarbeitungsprozesse.

Kernelemente des SSC sind die Implementierung eines Untersuchungs- sowie eines Disziplinarorgans. Sowohl das Untersuchungs- als auch das Disziplinarverfahren können durch die Sportorganisation in eigener Verantwortung durchgeführt oder auf eine andere, insbesondere übergeordnete (Sport)Organisation, oder eine externe Institution (z.B. Zentrum für Safe Sport ZfSS - siehe oben) übertragen werden.

Das DOSB-/ dsj- Stufenmodell beschreibt Mindeststandards zum Schutz vor (sexualisierter) Gewalt im Sport. Im Jahr 2018 haben sich die Jugendorganisationen unter dem Dach der Deutschen Sportjugend (dsj) auf den Weg gemacht, um ein umfassenden Stufenmodell zur Prävention gegen sexualsierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche umzusetzen. Im Jahr 2020 folgte der Deutsche Olymische Sportbund (DOSB) mit einem weiterentwickelten Modell, das die Prävention über den Jugendbereich hinaus auf den gesamten Verband ausweitete.

Der Begriff "Sicher im Sport" entspricht dem englischsprachigen Ausdruck "Safe Sport". In der Sportwelt hat sich der englische Ausdruck für das Gesamtthemenfeld etabliert. Das deutsche Pendant "Sicher im Sport" wird sprachlich häufig genutzt, um sich auf die gleichnamige Studie zu beziehen, die interpersonale Gewalt im deutschsprachigen Breiten- und Vereinssport (2020-2022) untersucht hat. 

Kontakt
Lisa Hettmanczyk
Bildungsreferentin
Montag bis Freitag vormittags
Thorsten Väth
Leiter Badische Sportjugend
Montag bis Freitag ganztags